Zugegeben, als it-affiner Mensch interessiere ich mich schon sehr für das Thema Smart Home. Täglich buhlen Hersteller mit neuen Produkten um ihre Gunst und je mehr „schlaue“ Sachen auf dem Markt sind, desto mehr Anwendungsszenarien schwirren mir durch den Kopf. Als Mieter einer Etagenwohnung fragt man sich dann natürlich, ob Smart Home für einen überhaupt Sinn ergibt? Schließlich wohnt man nur auf absehbarer Zeit in der Wohnung und bauliche Veränderungen kann man auch nur begrenzt vornehmen. Zumindest würde ich kaum die verbauten Rolladenkästen durch Unterputzmodule ersetzen. 😀

Da mich das Thema aber doch sehr reizt, starte ich hiermit eine ganze Reihe von Artikeln. Im Mittelpunkt steht der Gedanke des Smart Home in einer Mietwohnung, also ohne tiefergehende Umbaumaßnahmen.

Wo fange ich an?

Nachdem der Entschluss gefasst war, schaute ich mich zunächst auf dem Markt nach Anbietern um. Davon gibt es eine Reihe, gelandet bin ich bei Devolo. Dabei handelt es sich um einen Hersteller aus Deutschland, welcher in Sachen Smart Home eine ziemlich breite Produktpalette anbietet. Außerdem habe ich bereits ein DLAN-Set von Devolo, welches mich aufgrund der Qualität überzeugt hat.

Grundsätzlich benötigt man immer eine zentrale Steuereinheit, welche die Geräte im Haus anspricht. Dabei werden verschiedene Funkstandards verwendet, wie z.B. Z-Wave, ZigBee, EnOcean oder andere. Hier spricht ganz klar für Devolo, dass sie auf den Standard Z-Wave setzen und so universal steuerbar sind. Ich habe mich zunächst für das Starterpaket entschieden, welches die nötige Zentrale, eine Schalt-/Messsteckdose und einen Tür-/Fensterkontakt beinhaltet.

Smart Home mit dem Devolo Starterpaket

Devolo Home Control Starter-PaketDas Starterpaket von Devolo schlägt mit 219,99€ zu Buche. Ja, Smart Home ist nicht günstig. Auf der anderen Seite zahlt man nicht nur für die Produktionskosten sondern auch für zukünftige Updates. Diese erhält erhält man nämlich kostenlos ohne Abo-Modell.

Im Starterpaket befindet sich folgendes:

  • Home Control Zentrale mit LAN-Kabel
  • Schalt-/Messsteckdose
  • Tür-/Fensterkontakt mit Befestigungsmaterial (Schrauben oder Kleber)
  • Schnellstartanleitung

Sehr löblich, dass wirklich alles zum Start dabei liegt – vor allem vom LAN-Kabel war ich überrascht. Die Zentrale platzierte ich in einer freien Steckdose in der Nähe des Routers und verband sie mit dem Router. Ein wenig schade ist, dass die Zentrale den Steckeranschluss nicht durchreicht (ähnlich eines dLAN Adapters). Irgendwie herrscht bei mir im Umkreis des Routers Steckermangel. Die Schnellstartanleitung leitet übrigens sehr gut durch den Einrichtungsprozess. Devolo beschränkt sich hier auf die wichtigsten Punkte und so war die Zentrale innerhalb von fünf Minuten einsatzbereit.

Als ich per Webinterface darauf zugriff, aktualisierte diese noch automatisch ihre Software. Danach konnte ich weitere Geräte hinzufügen. Zur Konfiguration eurer Komponenten greift ihr übrigens immer auf die Server von Devolo zu. Das bedeutet auch, dass darauf gespeichert wird, wann eure Komponenten ausgelöst haben, wie warm es ist, ob ihr zuhause seid usw. Wer sich dadurch gestört fühlt, sollte lieber einen anderen Anbieter mit ausschließlich offline arbeitenden Modulen suchen. Dass dann ein Stück Komfort verloren geht, sollte aber auch klar sein.

Die Komponenten

Als erstes machte ich mich über die Schalt-/Messsteckdose. Diese kann zum einen per Devolo gesteuert werden (an/aus) und misst zum anderen den momentanen und vergangenen Stromverbrauch. Das Hinzufügen ist wirklich kinderleicht, im Einrichtungsprozess wird man sogar mit der Hilfe von Youtube-Videos unterstützt. Einsatz findet die Steckdose momentan im Wohnzimmer an einer Stehlampe.

Den Tür-/Fensterkontakt verwende ich an der Haustür. Mit dem mitgelieferten Befestigungsmaterial kann man diesen wahlweise schraubend oder klebend befestigen. Da ich in einer Mietwohnung zugegen bin, entschied ich mich für die Klebestrips, welche wirklich sehr gut halten. Hier habe ich auch gleich die erste Regel konfiguriert: Sobald sich die Tür öffnet, schließt oder länger als 5 Minuten offen ist, erhalte ich eine Benachrichtigung aufs iPhone.

Devolo Home Control Regeln

Devolo iPhone App

Allgemein gefällt mir, dass die Komponenten von Devolo nicht nur einen einzigen Anwendungszweck dienen. Die Schaltsteckdose stellt gleichzeitig auch den Stromverbrauch fest, der Tür-/Fensterkontakt misst ebenfalls Helligkeit und Temperatur.

Der Einstieg in das Thema Smart Home ist mit Devolo wirklich super gelungen. Dabei musste ich keine einzige Veränderung an der Wohnung vornehmen und die Komponenten können jederzeit rückstandslos entfernt werden. Mir schießen viele Ideen für unterschiedliche Anwendungsszenarien durch den Kopf. Im nächsten Beitrag werde ich mein, zugegeben noch kleines, System durch weitere Komponenten erweitern.

3 Kommentare

  1. Hey toller Bericht, ich überlege mir auch das Starterpaket von Devolon zukaufen. Welche Komponenten wirst du dir als nächstes holen? Wie sieht es mit der Stabilität des Systems aus?

    1. Hallo Chris. Ich bin bisher sehr zufrieden mit Devolo und weitere Berichte dazu werden folgen. Hier habe ich bereits über den Luftfeuchtemelder geschrieben: https://www.naerd.de/smart-home-in-einer-mietwohnung-ein-selbstversuch/. Was mich ein wenig stört, ist, dass das Devolo-Ecosystem geschlossen ist und keine offizielle Schnittstelle für andere Systeme bietet. Ich habe hierfür eine Plugin geschrieben, um Devolo in Apples Homekit einzubinden: https://github.com/kdietrich/homebridge-devolo

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