Vorwerk VR200 VerpackungNachdem ich im Dezember den Saugroboter V7S von iLife ausgiebig getestet habe, treibt nun der Vorwerk Kobold VR200 bei mir sein Unwesen. Diesen erhaltet ihr für 749€ direkt bei Vorwerk.de (mit 30 Tage Geld-zurück-Garantie), momentan abzüglich 50€ Cashback. Manch einer schluckt jetzt, immerhin liegt der Kobold VR200 preislich damit rund 500€ über dem iLife. Was rechtfertigt also den höheren Preis? Hier mein Bericht.

Verpackungsinhalt

VR200 Verpackungsinhalt

Im Lieferumfang ist alles enthalten, was ihr für den Start braucht:

  • Kobold VR200 Saugroboter
  • Seitenbürste und Filter
  • Basisstation
  • Fernbedienung
  • Magnet-Begrenzungsstreifen 4m
  • Diverse Anleitungen und USB-Kabel

Schade finde ich, dass trotz des höheren Anschaffungspreises keine Ersatzkomponenten beiliegen. Eine zweite Seitenbürste oder ein weiterer Filter wären doch sicher möglich gewesen, oder? Zumindest kann man das Zubehör einzeln bei Vorwerk nachkaufen. 5€ für eine neue Seitenbürste und 15€ für einen neuen Filter sind, wie ich finde, preislich in Ordnung.

Optisch gefällt mir der VR200 sehr gut – die Oberflächen sind matt und hell gestaltet und daher sehr unempfindlich gegenüber Staub. Außerdem ist er schön flach und liegt sehr tief am Boden an. Dadurch wirkt der Kobold aggressiver und man traut ihm eine gründlichere Reinigung zu.

Ein Blick auf die Spezifikationen:

  • Navigation mittels Laserraumerkennung durch 360° Laser
  • 3 Bodensensoren zum Verhindern von Stürzen
  • Ultraschallsensoren zur Vermeidung von Kollisionen
  • Kletterhilfe zur Überwindung von Hindernissen
  • Steuerung per App (via WLAN) möglich
  • Gewicht: 5kg
  • Abmessungen: 33cm x 32cm x 9cm
  • Lautstärke: 80dB
  • Akkukapazität: 5800mAh; 60 Minuten im Normalbetrieb und 90 Minuten im Eco Modus
  • Staubbehälter: 400ml

Einrichtung

Mit dem eingebautem Display und den vier Tasten, ist die Einrichtung des VR200 leicht geschehen. Da Vorwerk vor kurzem eine eigene App zur Steuerung herausgebracht hat, verwendete ich zum Einrichten stattdessen diese. In vier einfachen Schritten fügt man den VR200 zum heimischen WLAN hinzu und kann den Roboter anschließend auch von unterwegs steuern.

Achtung: Die Einrichtung des WLAN schlug bei mir zu Beginn fehl. Nach langer Google-Recherche fand ich heraus, dass mein WLAN Passwort zu lang ist. Außerdem hat der VR200 mit bestimmten Sonderzeichen Probleme. Nachdem ich stattdessen das Gast-WLAN mit einem unsicheren kürzeren Passwort gewählt habe, funktioniert das Hinzufügen problemlos.

Die erste Fahrt des Kobold VR200

Kobold VR200 Display

Bei der ersten Reinigungsfahrt war ich zugegeben ein wenig enttäuscht. Der Kobold verließ seine Station und machte sich auf den Weg die Wohnung zu reinigen. Er fuhr ca. 3m gerade aus, wollte auf einen Teppich fahren, blieb hängen und piepste. Ich wollte das Problem später noch mal nachstellen aber seitdem fährt er ohne Probleme den Teppich ab. Leider schaffte der Kobold VR200 bei der ersten Reinigung keine 20qm. Dabei verausgabte er sich vor allem auf dem Teppich. Nach nur 30 Minuten Reinigungsfahrt war Schluss und der VR200 machte sich zurück zur Station zum Zwischenladen. Ich war enttäuscht: 20qm, 30 Minuten und dann soll der Akku leer sein? Ein Blick in die Bedienungsanleitung brachte die Erkenntnis, dass der Akku erst nach 2-3 Ladezyklen seine volle Leistung erreicht. Das konnte ich bestätigen: Mit jedem Mal schaffte der VR200 ein wenig mehr und mittlerweile auch die gesamte Wohnung.

Übrigens: Solltet ihr eine größere Wohnung haben und der VR200 schafft diese nicht in einem Reinigungsdurchgang, fährt er automatisch zur Station, lädt nach und macht dann in den restlichen Räumen weiter. Super gelöst!

Reinigungsmodi

Der Vorwerk bietet zwei Reinigungsmodi, die über das Menü angesteuert werden können: Alle Räume und Spot-Reinigung. Im iLife V7S Artikel habe ich diese bereits erklärt. Über die App kann man den VR200 auch manuell steuern. Da mein Staubroboter im Gast-WLAN ist (aufgrund der Passwort-Probleme), kann ich ihn nicht manuell steuern. Die Geräte müssen hierfür im gleichen Netz sein.

Funktionsweise

VR200 StaubbehälterIm Gegensatz zum iLife V7S ist der Kobold VR200 deutlich lauter. Meine Messungen zeigten rund 20db mehr, was vom menschlichen Gehör als rund vier mal so laut empfunden wird. Dafür hat der Vorwerk aber auch deutlich mehr Reinigungsleistung. Man merkt, dass man einen richtigen Staubsauger fahren lässt, keine Kehrmaschine. Auf den von mir getesteten Laminat-Böden, konnte ich in der Praxis keinen Unterschied in der Reinigungsleistung feststellen. Auf Teppichböden ist das sicher anders.

Durch seine abgewinkelte Form, passt der VR200 schön in die Zimmerecken. Zusammen mit der Seitenbürste und dem Ultraschallsensor, wird direkt an der Wand entlang gereinigt. Hier schlägt der VR200 den iLife um längen.

Mit seiner Höhe von 9cm ist der Kobold 1cm höher als der iLife. Dennoch kommt er problemlos unter das Sofa und unter das Bett.

Größter Vorteil des VR200 ist die integrierte Raumerkennung. Ein rotierender 360° Laser scannt mehrmals pro Sekunde den Raum ab und ermittelt so die optimalste Reinigungsroute. Dabei reagiert er auch während der Fahrt auf Änderungen, z.B. das Umstellen von Gegenständen oder Öffnen von Türen. Durch die Laserraumerkennung reinigt der VR200 schneller und fährt dabei jeden Fleck nur einmal ab. Vor allem wenn ihr den Saugroboter während ihr zuhause seid laufen lasst, werdet ihr von der kurzen Reinigungszeit profitieren. Außerdem arbeitet der VR200 so Raum für Raum ab und fährt nicht chaotisch in der Wohnung herum.

Der Kobold hat eine integrierte Kletterhilfe, die laut Vorwerk ermöglichen soll bis zu 2cm hohe Hindernisse zu überwinden. Ich hatte gehofft, dass diese Abhilfe beim Problem mit den Freischwinger-Stühlen schafft, leider bleibt der VR200 ebenfalls ab und zu daran hängen. Lustigerweise werden auf eBay Plastikaufsätze verkauft, die das Problem mit den Stühlen beheben sollen, indem die Kletterhilfe deaktiviert wird. Macht bei mir keinen Sinn, da ich diese an anderen Stellen brauche, z.B. beim Übergang ins Badezimmer oder bei Teppichen. Dann müssen wohl eher neue Stühle her. 😀

Handy-App

Die App fürs iPhone ist übersichtlich, schön gestaltet und leicht bedienbar. Sollte der VR200 Probleme beim Reinigen haben oder fertig sein, meldet er dies per Push Benachrichtigung. Dabei muss man nicht im heimischen WLAN sein, das ist alles auch von unterwegs möglich. Die App lässt aber auch Spielraum für Verbesserungen: Vorwerk könnte die Zimmer kartographieren und so die gereinigten Flächen anzeigen. Ebenfalls könnte man dann den VR200 direkt zum Reinigen in ein einzelnes Zimmer schicken. Hoffen wir, dass Vorwerk die App aktiv weiter entwickelt – bisher wurde diese scheinbar nur von Neato gekauft und optisch angepasst.

Ladestation & Fernbedienung

Bei der Fernbedienung handelt es sich um ein Überbleibsel aus der Zeit als Vorwerk noch keine App hatte. Ich selbst habe die Fernbedienung nicht verwendet, man kann alle Funktionen bequem mit dem Smartphone steuern. Die Ladestation ist hochwertig verarbeitet, steht fest am Boden und bietet hinten Platz, um das Kabel ohne Wirrwarr zu verkürzen. Der VR200 hat seine Station jedes Mal problemlos gefunden.

Fazit

Vorwerk Kobold VR200Der Vorwerk Kobold VR200 hat seinen Preis, bietet dafür aber auch sehr viele Vorteile gegenüber günstigeren Saugrobotern. Vor allem die Ausstattung mit WLAN (für eine potentielle Smart-Home Integration), die plattformübergreifende App und die Lasernavigation lassen das Herz eines IT’lers höher schlagen. Die Probleme mit den Freischwinger-Stühlen sind trotz Kletterhilfe leider nach wie vor vorhanden – hier muss ich wohl einen Kompromiss eingehen und neue anschaffen. 😉 Alles in Allem bin ich mit dem VR200 sehr zufrieden und werde diesen auch zukünftig in der Wohnung putzen lassen.

4 Kommentare

    1. Die Fernbedienung funktioniert per Infrarot. Wenn du eine Steuerung ohne direkten Sichtkontakt möchtest, kannst du die Smartphone-App ausprobieren.

    1. Hallo Max,

      eine offizielle Aussage von Vorwerk zu dem Thema gibt es leider nicht. Ich selbst verwende nun ein alphanumerisches Kennwort (ohne Sonderzeichen) mit 20 Stellen. Das funktioniert problemlos!

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